29. März 2018

Frühlingserwachen und mein Abschied vom Blog

Ihr Lieben!

Heute bin ich an der Reihe mit meinem Beitrag zum #Frühlingserwachenbloghop von Septembersquiltdelight. Schon vor vielen Wochen lud Judith mich dazu ein mitzumachen. Ich hatte spontan eine schöne Nähidee und sagte zu. Immer wieder nahm ich mir vor, mich an das Nähprojekt zu begeben, das ich eigentlich geplant hatte, immer wieder kam irgendetwas dazwischen. Manchmal auch einfach nur meine Unlust oder Müdigkeit. Und so rückte der Termin immer näher und ich merkte, wie dieses Nähprojekt anfing, mir Druck zu bereiten. Gestern habe ich mich dann entschlossen, das geplante Projekt einfach über den Haufen zu werfen und stattdessen eine Charliebag aus dem wunderschönen Apfelstoff von Frau Tulpe zu einem neuen Frühlingsshopper für mich selbst zu vernähen. 

Innen habe ich die Charliebag mit altem, gewebten Leinen gefüttert und mit der Nähmaschine „bestickt“. Zusätzlich hat sie noch ein Reißverschlussfach bekommen für Schlüssel, Portemonnaie oder Handy. 

Viele andere liebe Bloggerinnen nehmen an diesem „Frühlingserwachen“ teil und zeigen ihre kreativen und wunderschönen Nähprojekte im Rahmen dieses Bloghops. Ihr könnt es auf Instagram verfolgen oder die einzelnen Beiträge und Mitwirkenden bei Judith auf dem Blog finden. 

Auf Instagram habe ich es ja bereits angekündigt. Dieses hier wird mein letzter Blogpost sein, den ich schreibe, denn ich habe mich dazu entschieden, meinen Blog aufzugeben und mich auch von Facebook zu verabschieden. 

Diejenigen von euch, die hier öfter einmal hereinschauen, wissen bestimmt, dass ich schon das ein oder andere Mal darüber nachgedacht habe, mit dem Bloggen aufzuhören. Bzw. dass ich mich immer wieder zwischendurch sehr kritisch mit dem Sinn des Ganzen und seinen Auswirkungen auseinandergesetzt habe.

Bevor ich aber zu den für mich „kritischen Aspekten“ des Bloggens komme, möchte ich erst einmal sagen, dass es mir vom ersten Moment an und bis jetzt Spaß gemacht hat, meinen Blog mit Inhalt zu füllen! Ich habe tolle Menschen kennengelernt, nicht nur virtuell. Ich habe viele, viele liebe Mails und Kommentare und positive Rückmeldungen von euch bekommen und sehr viel Neues gelernt- von Fotobearbeitung angefangen bis hin zu neuen Vokabeln wie „Linkparty“, „Widgets“ oder „Plugins“….! Und das finde ich alles ziemlich toll!

Mein Beitrag zu diesem Bloghop wurde für mich zu einem guten Beispiel dafür, warum es trotz aller guten Vorsätze total „frei“ mit dem Bloggen zu bleiben, doch manchmal gar nicht so gut klappt. Als ich vor vier Jahren an dieser Stelle anfing, war mir am allerwichtigsten, dass das Bloggen vollkommen absichtslos und ohne Druck geschehen soll. Es sollte ein Teil meines Lebens sein, der ausschließlich nur Freude bereitet. So, wie das Nähen selbst. Ich nähe nämlich schon seit ich denken kann, seit über dreißig Jahren. Und das habe ich in der Zeit vor Instagram und „untermeinemdach“ mit genau so viel Leidenschaft getan, wie jetzt. 

Als berufstätige Mutter in der Lebensmitte ist das Leben voll. Voller Aufgaben, voller Verantwortungsbereiche, voller „to do Listen“. Es gibt so viele Dinge, die Tag für Tag getan werden wollen und es gibt manchmal Tage oder Wochen, in denen ich das Gefühl habe, dass mir die nötige Energie oder Kraft für alles fehlt, und dann fängt der Druck an. Wenn in einer solchen Zeit zusätzlich noch „Abgabetermine“ für einen Blogbeitrag, ein Probenähen oder etwas Ähnliches hinzukommt, wird der Druck noch größer. Dann wird das Nähen selbst zu einer zusätzlichen „Aufgabe“, die ich mir aufgebürdet habe. Und das Gegenteil von dem, was es eigentlich für mich ist, nämlich meine Atempause vom Alltag, mein Energiespender, meine Ruheinsel, tritt ein. Das ist ein Aspekt von mehren, sicher aber nicht der Hauptgrund, warum ich hier nicht weitermache. 

Dass ich mich zu diesem Zeitpunkt entschieden habe, das Bloggen aufzugeben, hat sehr viel damit zu tun, dass das Thema „Umgang mit Medien“ zur Zeit ein ziemlich dominierendes Thema bei uns hier zu Hause ist. Jeder von euch, der Kinder im jugendlichen Alter hat, weiß, wie schwierig es ist, den „richtigen“ Umgang in der Familie mit den social media Kanälen, mit Computerspielen und YouTube Videos zu finden. Wobei ich nicht einmal genau beantworten könnte, was für mich „richtig“ oder „falsch“ in diesem Zusammenhang überhaupt bedeutet. Ich stelle aber fest, dass ich selber mitunter das zeitliche Maß um Längen überschreite, in dem ich mich in der virtuellen Welt aufhalten möchte.

Einen Blog zu schreiben ist zeitintensiv. Und damit meine ich gar nicht das Schreiben von Texten. Viel zeitaufwändiger ist das Fotografieren, die Bearbeitung der Bilder,  der Umgang mit den Daten, die durch das Bloggen entstehen, nicht zuletzt die massenhaften Fotografien, die E-Mails und Kommentare und vieles andere. Hinzu kommt, dass ich wenig bis keine Ahnung habe vom Programmieren und dabei immer auf die Unterstützung anderer angewiesen bin. Und das kostet nochmal Zeit (und Geld!). 

Wir sind seit einer ganzen Weile dabei, innerhalb der Familie aufmerksamer unseren Medienkonsum zu beobachten, haben seit einigen Wochen „onlinefreie“ Zeiten und Tage für uns alle vereinbart. Und auch, wenn das noch nicht hundertprozentig funktioniert, so bringt es doch auf jeden Fall mehr Ruhe in unser Familienleben. Und das tut richtig gut!

Das ist nur einer von mehreren, vielleicht aber momentan der gewichtigste Grund für meine Entscheidung, das Bloggen aufzugeben. Ach ja, und meinen Facebook Account werde ich auch schließen. Facebook mochte ich sowieso nie. Eigentlich bin ich dort ausschließlich wegen der Probenähgruppen gelandet. 

Auf Instagram werde ich weiterhin vertreten sein. Sollten sich jedoch der Trend zum Videodreh und Podcast sprechen weiter ausweiten und nach und nach die Bildergalerien ablösen,  die Datenschutzauflagen noch mehr verschärfen und die doofe Werbung noch präsenter werden, werde ich mich wohl dort auch verabschieden…..Aber so lange das noch nicht der Fall ist, bleibe ich. Und ich freue mich, wenn du mich dort in meiner Bildergalerie besuchst!  

Danke für euer Wohlwollen und für jede liebe Rückmeldung, die ich in den letzten vier Jahren an dieser Stelle von euch erhalten habe!! 

Ich wünsche euch von Herzen schöne Ostertage und hoffe so sehr, dass sich der Frühling ganz bald auch wirklich einmal zu uns gesellt…

  • Britta

 

verlinkt bei: RUMS

 

 

 

 

 

9 Gedanken zu „Frühlingserwachen und mein Abschied vom Blog

  1. Verena

    Ich bedaure deinen Schritt aus egoistischen Gründen. Aber ich kann ihn sowas von nachvollziehen… Ich bitte dich, deinen Blog noch etwas im Netz zu behalten, denn ab und zu will ich nochmal etwas nachlesen 😃🙈.

    Herzliche Grüße, wir lesen uns auf instagram ;-)

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  2. Luci

    Auch ich kann, nach mittlerweile 7,5 Jahren Blog, gut nachvollziehen, was dich zu diesem Schritt bewegt. Ich hoffe, er bringt den gewünschten Effekt, so ein bisschen „back to the roots“ und Druck raus und so.
    Deine Charlie-Bag ist jedenfalls wunderschön, die Idee mit den genähmalten Äpfeln ist so was von besonders. Und ich bin mir sicher, dass du bald das eigentlich geplante Projekt, ganz ohne Druck und nur für dich, umsetzen wirst!

    Alles Liebe und sew on
    Luci

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  3. StePcreation

    Wahre Worte und eine nachvollziehbare Entscheidung. Aus genau den Gründen blogge ich auch nur sehr selten, denn der Aufwand ist einfach zu groß.
    Dein Blog ist auf jeden Fall sehr schön, aber alles hat eben seine Zeit. Und ein Hobby, das belastet, sollte man überdenken. Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Entscheidung, ich freue mich aber trotzdem auf schöne Werke bei Insta 😊
    Alles Liebe
    Steffi

    Antworten
  4. Britta

    Deine Gründe mit dem Bloggen aufzuhören kann ich gut nachvollziehen, auch wenn ich es sehr schade finde. Ich merke selbst wieviel Zeit ein Blogpost braucht, aber ich mache mir sebst keinen Druck, wie oft ich etwas schreibe. Bei Facebook hatte ich nie einen Account und sehe mich in der aktuellen Entwicklung darin bestätigt es nicht getan zu haben. Die ‚Stories’auf Instagram nerven mich auch, aber man muß sie ja nicht anklicken. Bei mir sind es meist dieselben Leuten, die ständig was posten, und zur Not werde ich denen irgendwann nicht mehr folgen.
    Wäre schön, wenn Du Deinen Blog einfach so stehen lässt, damit man sich immer noch mal die eine oder andere Anregung holen kann.
    LG, Britta

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  5. eSTe

    Hallo Britta,
    wie schön, dass du so sicher deine Entscheidung getroffen hast. Meine Abneigung zu den verschiedenen Social Medias lässt mich dich gut verstehen. Anders, als es bei dir der Fall ist, bleibe ich aber beim bloggen – nur beim bloggen (wie bisher). Denn Instagram ist mir zu oberflächlich (facebook hab ich von jeher ignoriert). Während sich Insta immer mehr aufplustert und immer mehr Raum einnimmt, wird es zunehmend unpersönlicher. Der Blogger-Kreis reduziert sich meiner Meinung nach etwas, bleibt aber in den überschaubaren Kernkontakten stabil und ist dadurch viel intensiver. Der Zeitaufwand ist für mich sehr planbar. So ist es doch gut, dass jede(r) seinen Stil findet. Ich wünsch dir alles Gute und freu mich wenn du deinen Blog so stehen läßt, ich stöbere gern darin.
    LG eSTe

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  6. Karin aka Lina

    Ich persönlich finde es natürlich sehr, sehr schade, dass DU „gehst“, aber da ich auch einen Teenie im Hause habe, weiß ich sehr genau, worüber Du schreibst. Aber Du bist ja nicht ganz weg! Wir sehen uns ja weiterhin auf Instagram!

    Liebe Grüße
    Karin aka Lina

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  7. Kirsten

    Liebe Britta, mit Interesse hab euch deine Motivation mit dem bloggen aufzuhören gelesen. Und finde sie durchaus nachvollziehbar . Ich finde es sehr schade, dass du deinen Blog aufgibst, weil es dann wieder einen weniger der nicht kommerziellen kleinen feinen Blogs gibt. Ich hoffe aber auch wie alle anderen , dass du ihn zumindest nicht ganz löscht und all die schönen Dinge, leckeren Rezepte und wahren Worte hier für uns erhältst. Liebe Grüße Kirsten

    Antworten
  8. Sabine

    Liebe Britta
    Schade, aber absolut verständlich. Ich wurde schon oft gefragt, weshalb ich keinen Blog habe. Und meine Antwort ist immer, dass ich lieber nähe in meiner freien Zeit…. oder mir Inspirationen von Bloggern hole. Deshalb fände auch ich es super, wenn deiner bleibt.
    Deine Tasche ist übrigens genial schön!
    Danke für viele Inspirationen und alles Gute!
    Lieber Gruss Sabine aka barba rix

    Antworten
  9. Katrin

    Die ist ja echt klasse, Deine Apfeltasche! Kompliment!
    Ich finde es sehr sehr schade das Du mit dem Bloggen aufhörst, kann das aber alles sehr gut nachvollziehen. Deshalb ist es in meinem Blog auch sehr ruhig. Bei mir steht die finale Entscheidung noch an.
    Ich wünsche Dir alles alles Gute und bedanke mich für viele viele Inspirationen hier auf Deinem Blog!
    Sonnige Grüße
    Katrin

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