24. August 2017

(m)eine kleine Handtasche

Ihr habt einen kleinen Ausschnitt meiner nächtlichen Nähaktivität schon auf Instagram gesehen und viele von euch haben sich bereits dazu schon wohlwollend geäußert. Dafür danke ich euch und darüber freue ich mich sehr!!!

Manchmal nähe ich aus einer „inneren Notwendigkeit“ heraus, so ähnlich habe ich es in meinen Instagram Post beschrieben. Und das ist genau so! 

Die Ferien sind fast herum und in den letzten Wochen habe ich sehr viele schöne und intensive Begegnungen gehabt mit Menschen, für die im „Alltag“ häufig einfach keine Zeit da ist. Ich bin in meinem Leben schon ziemlich oft umgezogen. Das hat zur Folge, dass an den unterschiedlichsten Orten auch Freundschaften „zurückgeblieben“ sind, die einfach zu weit entfernt sind, als dass man sich „mal eben“ auf einen Kaffee treffen könnte. Dafür sind dann manchmal Ferienzeiten nötig. Wenn ich ehrlich bin, könnte ich gut und gerne noch einmal ein paar Wochen füllen mit Verabredungen und Dingen, die immer auf der Strecke bleiben. Ein paar „Baustellen“ zu Hause haben wir in den letzten Tagen auch noch schnell angegriffen, z.B. das Entrümpeln und Streichen der Kinderzimmer, Neuausrichtung von Möbeln, Packen von Flohmarktkisten… die Liste ist noch viel länger. Wer von euch Kinder hat, weiß, wovon ich spreche!

Unterm Strich sind das alles schöne Aktivitäten, in der Summe war es trotzdem einfach viel. Genau dann ruft mein Herz nach meiner Nähmaschine! Wenn ich in meinem Nähzimmer bin, herrscht Ruhe. Und wenn ich innerlich in Aufruhr bin, dann komme ich hier zur Ruhe. Letzte Nacht war ein Aufenthalt dort absolut notwendig. Viele von euch haben genau dazu Kommentare auf Instagram geschrieben und wieder einmal habe ich gemerkt, wie schön der Austausch dort ist und wieviele von euch Ähnliches berichten können.

Die kleine Reißverschlusstasche habe ich aus einem wunderschönen dunkelblauen Wollstoff mit Fischgrätenmuster genäht, den ich zufällig als „B“-Ware entdeckt habe und für 5 Euro (statt 30 Euro) bei Alfatex erstanden habe. 

Die Tasche hat zwei Innenfächer, von denen eines mit einem Druckknopf verschlossen werden kann. Die kleine Wildlederschnur habe ich aus meiner Lederkiste gefischt, die ebenfalls ein kunterbuntes Sammelsurium an Lederresten beherbergt.

Das Schnittmuster und die Größe der Tasche habe ich nach meinen eigenen Vorstellungen erstellt. Ich wollte eine kleine alltagstaugliche Tasche nähen, die Platz genug bietet für mein Handy und mein Portemonnaie, für Taschentücher, Lippenstift und Schlüsselbund. Viel mehr passt nicht herein. Viel mehr trage ich aber in den allermeisten Fällen auch nicht mit mir herum.

Das Vernähen von Wollstoff hat mir richtig viel Spaß gemacht. Ich bin sicher, dass diese Tasche nicht die letzte bleiben wird, die ich aus diesem Material nähe. 

Das Ergebnis ist schlicht und ergreifend. Ihr wisst, so lieb ich es!

Zum Schluss noch ein paar persönliche Gedanken zu meinem Blog.

Ich denke schon sehr lange und immer wieder über Sinn und Unsinn meines Blogs nach. Zunehmend mehr stelle ich fest, dass mir Instagram viel wichtiger geworden ist als dieser Blog. Das liegt vor allem daran, dass auf Instagram so ein stetiger, reger und positiver Austausch unter Gleichgesinnten stattfindet. Auf Instagram sind im Laufe der Zeit „Nähfreundschaften“ entstanden, die mir wirklich wichtig sind. Ich freue mich, wenn ich dort Tipps und Inspiration bieten kann und genauso freue ich mich, wenn ich selbst immer wieder auf neue Ideen gebracht werde weil so unendlich viele, wundervolle und kreative Menschen ihre Projekte zeigen und teilen. Dieser Austausch findet hier auf meinem Blog in viel begrenzterem Umfang statt. Man schreibt einen Post und weiß eigentlich gar nicht, wer ihn liest und ob sich jemand darüber freut. Das Bloggen ist insgesamt sehr viel einseitiger. So empfinde ich das auf jeden Fall. Bestimmt spielt da auch eine Rolle, dass ich keine kommerziellen Absichten mit meinem Blog verfolge und von Anfang an immer nur aus Lust und Laune geschrieben habe. Viele Blogs, die ich gerne mochte, haben in den letzten Monaten ihre Pforten geschlossen. Von einigen weiß ich, dass sie es aus genau diesen Gründen getan habe, die ich eben erwähnt habe. Ich bin noch unentschlossen, wie es weitergeht. Und ob es überhaupt an dieser Stelle weitergeht. Mal sehen….

Was auf jeden Fall weitergehen wird, sind neue Nähprojekte. Ein toller Hosenschnitt liegt schon seit Wochen bereit und davon berichte ich ganz bestimmt auch noch bald hier im Blog! 

Aber jetzt werden erst einmal die Schreibtische entstaubt und die Schultaschen frisch gepackt!

Bis ganz bald,

liebste Grüße,

  • Britta

P.S. für kreative Anfälle und die Verarbeitung von Stoffresten eignen sich neben kleinen Handtaschen auch Schlüsselbänder…!

verlinkt bei: RUMS

 

8 Gedanken zu „(m)eine kleine Handtasche

  1. GanzIch (Claudia)

    Guten Morgen Britta,
    deine Tasche ist total schön geworden, ganz nach meinem Geschmack.
    Deine Gedanken zu deinem Blog kann ich gut verstehen. Mein Mann fragt mich auch immer, für wenn ich mir die Arbeit mache. Aber ich emache es für mich selber, auch wenn es keiner liest. Es gibt mittlerweile so viele Blogs oder besser man kennt so viele Blogs; da ist Insta sicherlich viel einfacher. Trotzdem finde ich einen Blog zu haben, total schön und es macht mir viel Spaß, was zu schreiben, auch wenn es bei mir im Moment zu kurz kommt. Ich finde aber, ein Hobby darf nicht anstrengend werden und es muss Spaß machen.
    Bin gespannt, wie es bei dir weiter geht. Ich komme auf jeden Fall gerne zum Lesen und Stöbern vorbei :-)
    Liebe Grüße, Claudia

    Antworten
  2. Anna

    Liebe Britta,
    ich habe deinen Blog und deinen Instagram-Account erst kürzlich durch den #leinensewalong kennengelernt. Das war so ein tolles Projekt und hat mir riesig Spaß gemacht – auch durch die vielen Beiträge und Kommentare.
    Seitdem komme ich oft hier schauen – oft auch nochmal geleitet von deinem Instagram-Account. Und mir gefällt es hier. Ich finde dein Layout schon so schlicht und einfach schön und ich mag deine Schreibe.
    Deine Blogüberlegungen kann ich aber gut verstehen und denke das auch oft. Ich selbst sehe bei mir, dass jemand geklickt hat, aber ob das wirklich jemandem gefällt oder interessiert, weiß ich nicht.
    Ich freu mich auf jeden Fall auf das Lillestoff-Festival, ich hab gesehen, dass viele Blogger auch da sind und freue mich auf Nähgespräche und Co.
    Viele Grüße, Anna

    Antworten
  3. Sylvia Dunn

    Die Tasche ist Dir gut gelungen. Toll. Bezüglich Deiner Gedanken schließe ich mich den beiden Vorrednerinnen an. Es soll Spaß machen und man macht es für sich. Wenn sich andere daraus einen Nutzen ziehen können finde ich es toll und weiß dann, ich habe es richtig gemacht. -;))
    Herzlichen Gruß Sylvia

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  4. belleprairie

    Meine liebe Britta!
    Ich kann deine Gedanken verstehen aber finde, dass ein Blog viel langlebiger ist!
    Insta liebe ich auch sehr, aber ich finde es ist nicht nachhaltig!

    Mein Blog ist mein Tagebuch, zur Zeit bin ich auch weniger aktiv aber ich möchte ihn nicht missen und fände es sehr schade, wenn du einfach weg bist!

    Ich freu mich auf ein Sehen in wenigen Tagen bei Lillestoff und bis bald,
    Nicole

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  5. Kathrin

    Wow! So einen Wollstoff habe ich auch noch im Vorrat. Es ist sehr gut möglich, dass ich genau so eine Tasche daraus machen werde, denn sie ist wunderschön. Schlicht, zeitlos, hat Stil. TOLL! LG Kathrin

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  6. Kirsten

    Liebe Britta, deine Tasche ist wunderschön, genau mein Geschmack , also bevor sie bei dir irgendwann mal in eine flohmarktkiste wandert, denke an mich. Obwohl ich glaube, das,wird wohl nie passieren bei so einem Herzstück.
    Die Gedanken zum bloggen kann ich gut nachvollziehen, bei Instagram ist der Austausch schöner, aber so viel kurzlebiger und so gar nicht nachhaltig. Hier in deinem Blog steckt viel herzblut und Arbeit. Bitte nicht wegstellen , gerade diese kleinen feinen Feeds,ohne kommerzielle Aspekte sind so rar.
    Ich hoffe, hör noch viel von dir zu lesen. Liebe Grüße, Kirsten

    Antworten
  7. Katrin

    Deine Gedanken zum Bloggen kann ich voll und ganz nachvollziehen. Instagram ist einfach schneller, direkter und persönlicher. Allerdings muss ich auch sagen, ich liebe die Ausführlichkeit eines Blogposts! Mehrere Bilder, genaue Beschreibungen, intensivere Gedankenergüsse.
    Ganz liebe Grüße
    Katrin

    Antworten
  8. Anna

    Das wäre schade…
    Danke, dass du dir die Mühe machst, einen Blog zu schreiben.
    So wie Anna bin ich seit dem Leinen Sew Along gerne Gast bei dir und danke dir für die wunderschönen Inspirationen. Traurig verfolge ich schon seit längerem das Sterben so schöner Blogs.
    Ich fände es schade, wenn du nur noch auf Instagram wärest. Dorthin kann ich dir nicht folgen.

    Alles Gute Dir auf deinem Weg
    Anna

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