13. Juni 2016

Yin Yoga. Stefanie Arend. Und ich.

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Ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich Yin Yoga so richtig entdeckt habe. Dafür aber umso genauer, wann und wie ich Yin Yoga erfahren habe und davon möchte ich euch heute ein wenig erzählen. Außerdem berichte ich euch von meiner Teilnahme an der Yin Yoga Ausbildung Basis bei Stefanie Arend, Schülerin von Paul Grilley, der diesen Yogaweg in Deutschland bekannt gemacht hat. 

Die Dinge finden einen. Das habe ich schon so oft erlebt. Es bedarf lediglich einer inneren Bereitschaft und Offenheit, sich auch finden lassen zu wollen.

Ich war mehrere Wochen im letzten Winter krank. Richtig krank. Eigentlich waren es sogar fast drei Monate. Diese Zeit war intensiv und nicht besonders schön, denn ich hatte immer wieder starke Schmerzen und fühlte mich komplett kraft- und energielos. Abgesehen davon, dass es auch eine organische Ursache für mein Kranksein gab, wusste ich, dass in diesem Kranksein auch ein Thema für mich steckt. Ich glaube, dass den allermeisten Krankheiten, die sich nicht so leicht abschütteln lassen, gemein ist, dass sie mir etwas zeigen möchten über mich.

Was macht mich gesund? Und was macht mich krank? Das ist in gewisser Weise eine Frage, die mich beschäftigt, seit ich mit 17 Jahren die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester machte und mich bis heute nicht mehr loslässt. Ich lernte die anthroposophisch erweiterte Pflege kennen während meiner Berufstätigkeit im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, einer anthroposophischen Klinik in Nordrhein Westfalen. Später studierte ich Dipl. Berufspädagogik mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Pflege und unterrichte seit mittlerweile 12 Jahren auch in diesem Bereich. In jeder neuen Klasse stelle ich ziemlich früh diese Frage: was macht dich gesund? Und was macht krank. Und die Antworten der Schüler sind immer wieder spannend.

Der Weg des Gesundwerdens nach meiner Krankheitsphase im Winter begann mit einer ganz einfachen Yogaposition aus dem Yin Yoga. Ich hatte Rückenschmerzen. Undefinierbare Rückenschmerzen. Das ärgerte mich sehr. Denn ich mache seit vielen Jahren regelmäßig Sport, gehe laufen, mache Pilates, Yoga… Eigentlich alles, was Rückenschmerzen vermeiden sollte. Warum also hatte ich Rückenschmerzen und warum gingen sie nicht mehr weg?

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Und dann passierte Folgendes: Ich machte gar nichts mehr. Sportfasten sozusagen! Weil ich auch einfach nicht in der Lage war dazu, weil ich Schmerzen hatte, weil ich keine Kraft hatte.  Das einzige, was ich in dieser Zeit ausprobierte, war eine Yin Yogaposition, die ich in Stefanie Arends Yogabuch fand, den Schmetterling. Ich lernte diese Position kennen und bemerkte schon sehr schnell, wie gut sie mir tat.

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Das Besondere an den Übungen im Yin Yoga ist, dass man sie passiv, d.h. ohne Muskelkraft ausführt und lange in der jeweiligen Position verweilt. Anders als in anderen Yogastilen, die ich bisher praktiziert habe, geht es hier nicht um die perfekte Ausführung einer einzelnen Asana, sondern es geht darum, in den eigenen Körper zu spüren, sanft und liebevoll zu sich selbst zu sein, Aktivismus, Perfektionismus und Leistungsdenken komplett abzulegen. Es geht darum, loszulassen. Zuzulassen. Und damit war ich dann auch mittendrin im Thema!

Yin Yoga ist ein ganz sanfter Übungsweg, der in die Tiefe führt und in die Langsamkeit. Mit Yin Yoga erreichen wir unsere Faszien, die sehr häufig die Ursache von Schmerzzuständen sind.  In der Medizin wurde ihnen lange nur wenig bis keine Aufmerksamkeit geschenkt. Heute wissen wir, dass die Faszien eine viel größere Bedeutung haben für unsere Beweglichkeit und unser Wohlbefinden, als wir bisher angenommen haben.  Yin Yoga ist ein toller Weg, auf die Faszien einzuwirken. Im Yin Yoga können wir den Fluss der Lebenskraft (Chi) in bestimmte Bahnen lenken und dadurch die Organsysteme harmonisieren. Man könnte auch sagen Yin Yoga ist Akupunktur ohne Nadeln!

Yin Yoga lehrt uns eine geistige Haltung der Hingabe und Empfänglichkeit.

Zurück zum Schmetterling. Am Anfang konnte ich keine zwei Minuten in dieser Position verweilen. Nach ein paar Tagen schon merkte ich aber, dass ich ruhiger wurde und besser in die Übung hineingehen konnte. Nach einer Woche „Schmetterling“ waren meine Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich verschwunden. Und zwar komplett. Und meine Neugier war geweckt. Ich wollte unbedingt  mehr erfahren über dieses YinYoga! In den letzten Monaten habe ich dann mit dem Buch von Stefanie Arend  (YinYoga, der sanfte Weg zur inneren Mitte) gearbeitet, ich habe mir alle möglichen Youtube Videos zum Thema angesehen, und mich angemeldet zur Yogaausbildung Basis bei Stefanie. Durch einen glücklichen Zufall bin ich über eine Warteliste ganz überraschend letztes Wochenende noch in diesen Kurs hineingerutscht.

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Zusammen mit 19 anderen YinYoga begeisterten Menschen habe ich also gerade die erste Etappe einer YinYoga Ausbildung zurückgelgt.

Das war ein besonderes und intensives Lernen zusammen. Ich habe Stefanie als eine unglaublich liebevolle, klare, authentische, undogmatische und herzliche Yogalehrerin erleben dürfen. Ich bin zutiefst dankbar über die Begegnung mir ihr und freue mich auf mehr!

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Und ich freue mich auf die beiden vor mir liegenden „Echtzeit-Tage Wochenenden“ im Juni und im September, weil ich dort noch ausführlicher darüber berichten kann und vor allem die Übungen auch anleiten werde.

Die Dinge finden einen! Aus jeder Krise erwächst etwas Neues. Zum Beispiel die Erfahrung, dass es manchmal wichtiger ist zu lassen als zu machen!

In diesem Sinne, grüße ich euch. Heute noch immer ganz beseelt und glücklich.

  • Britta

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4 Gedanken zu „Yin Yoga. Stefanie Arend. Und ich.

  1. Katrin

    Wow, das klingt wahnsinnig interessant. Was für ein Zufall, gerade gestern abend habe ich seit langem wiedermal den Schmetterling vor dem Einschalfen gemacht. Tat mir auch unheimlich gut!
    Dir weiterhin viel Erfolg!

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  2. Anna

    Ich schrieb es ja schon auf Insta: Ich bin begeistert von Yin Yoga (das, was z.B. bei HappyandFitYoga auf Youtube gezeigt wird) und dieses Buch wird nun in meinem Einkaufswagen landen. Es ist schon ganz anders als das, was ich bisher mit Maya Fiennes od. Ana Brett (Kundalini Yoga) oder Inga Stendel (Hatha) gemacht habe und ich finde es faszinierend und sehr schön, dass es quasi für jede Stimmung und jede Befindlichkeit die passende Yoga-Art gibt. Yin Yoga ist unschlagbar, wenn ich das Gefühl habe, loslassen zu müssen oder festzustecken. Als ob sich das Dehnen des Körpers gleich auf die Seele auswirkt. ;)

    Lieben Gruß
    Anna

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  3. Silvia Hebel

    Hallo Britta :o)

    Auf meiner Suche nach Yin Yoga Bildern fand ich gerade deinen Artikel. Vielleicht erinnerst du dich, wir haben dieses bewegende Yin yoga Wochenende zusammen verbracht?
    Wunderschöner Artikel.
    Ganz liebe Grüße von der Mosel.
    Silvia

    Antworten

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