1. Dezember 2015

bleibt alles anders…oder auch, warum ich eine Blogpause einlege!

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Vor kurzem bin ich auf Facebook über diese Worte gestolpert. Und sie haben mich getroffen. Ja. So richtig. Nicht weil mir das Thema plötzlich so neu und unbekannt daherkommt, sondern viel mehr, weil diese Worte etwas ausdrücken, was mein derzeitiges Lebensgefühl ziemlich genau trifft. Mein Jahresmotto für das Jahr 2014 lautete: „less is more!“ Am Ende des Jahres 2014 stellte ich fest, dass ich das Jahresmotte im Laufe des Jahres gar nicht mit Leben gefüllt habe. Ich wollte weniger kaufen, mehr überprüfen, was wirklich wichtig ist, einfach bewusster mit Geld umgehen. Weniger Klamotten, weniger Klimbim fürs Haus, weniger Kram für die Kinder… Es blieb aber leider nur ein Vorsatz!

In diesem Jahr hatte ich keinen „Vorsatz“. Was auch gut ist. Denn mein Jahresmotto von 2014 reicht locker für die nächsten zehn Jahre. Oder vielleicht für ein ganzes Leben. Es gibt solche Sätze, die man zuerst mit dem Kopf begreift und lange mit sich herumträgt, bevor sie eine Etage tiefer rutschen und sich verselbständigen. Weil sie plötzlich zu einem Gefühl, kleinen Erfahrungen und schließlich zu einer Überzeugung werden. Und so ähnlich geht es mir mit dem „less is more“. Ich fange an, mein Leben zu entrümpeln. Versuche dabei immer im Blick zu behalten, was mir wirklich wichtig ist. Und ich befreie mich von den Dingen, die ich nicht (mehr) brauche. Ganz praktisch bedeutet das, dass ich Zimmer für Zimmer und Schrank für Schrank in unserem Haus aufräume, ausmiste, Sachen verschenke, sortiere, wegwerfe. Es bedeutet auch, dass ich viel länger als sonst darüber nachdenke, ob das, was ich gerade kaufen möchte, wirklich wichtig ist. Es bedeutet, dass ich alle meine Aktivitäten hinterfrage, alles, was mein Leben so „voll“ macht. Ich frage mich, ob das, was ich tue, wirklich das ist, was mir gut tut. Und ob es das ist, was ich mir unter einem „erfüllten“ Leben vorstelle.

So oder so ähnlich geht es sicherlich nicht nur mir. Zumindest habe ich den Eindruck, dass viele Menschen um mich herum ähnliche Themen mit sich herumtragen.

Ein Blog zu schreiben, ihn mit Inhalt zu füllen, ist „Arbeit“. Selbstgewählte, schöne „Arbeit“. Ich habe in den letzten zwei Jahren wirklich sehr viel Spaß daran gehabt, neue Beiträge zu verfassen, Ideen zu teilen, mich mit Bloggerinnen auszutauschen, in Blogs zu lesen… Dennoch  erwähnte ich ja auch schon in meinem letzten Beitrag, dass ich mir Gedanken darüber mache, ob ich dieses Blog weiterschreibe oder nicht. Ein Blog braucht Aufmerksamkeit und Zeit und einen Grund. Aufmerksamkeit und Zeit möchte ich in Zukunft noch mehr den Menschen und Dingen widmen, bei denen ich glaube, dass es wichtig, richtig, und sinnvoll ist. Mein Blog ist ein Blog von zehntausenden. Vielleicht vollkommen überflüssig. Ich werde darüber in Ruhe nachdenken und vorerst an dieser Stelle eine Blogpause einlegen. Bis ich weiß, ob und wie es weitergehen soll. Bis ich einen guten Grund finde um weiterzumachen. Oder vielleicht auch nicht.

In meinem Leben hat sich in den letzten Monaten einiges verändert. Manches freiwillig, manches nicht ganz freiwillig oder zumindest nicht geplant. Mein Mann und ich haben vor einiger Zeit die ehrenamtliche Vormundschaft für einen unbegleiteten jungen Flüchtling übernommen. Das gehört eindeutig zu den gewollten, geplanten und glücklichmachenden Veränderungen in meinem Leben. In meinem beruflichen Werdegang fanden andere Veränderungen statt, die ich nicht geplant hatte und die in mir für ziemlich viel Unruhe gesorgt haben und immer noch sorgen. Alles in allem würde ich sagen, dass so einiges im Umbruch ist in meinem Leben zur Zeit. Es gibt natürlich auch neue Pläne! Und soviel ist sicher: es bleibt spannend!

Ich freue mich auf eine entspannte, besinnliche Adventszeit. Ich freue mich auf neue Wege. Und ich wünsche jeder einzelnen, die diese Zeilen liest, in den kommenden Wochen bis Weihnachten immer wieder erfüllte und lebendige Momente. Momente der Stille, des Innehaltens, des Anhaltens.

Vielleicht sehen wir uns im neuen Jahr wieder!

Adventliche Grüße,

  • Britta

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2 Gedanken zu „bleibt alles anders…oder auch, warum ich eine Blogpause einlege!

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