5. August 2014

Tutorial: Lieblingshosen flicken

Jeans flicken Tutorial

Eigentlich wollte ich heute schöne Sachen nähen. Irgendwas. Den Stoffschrank plündern und mich einfach inspirieren lassen. Dann stolperte ich beim Betreten meines Nähzimmers über drei Lieblingsjeans mit Löchern… Die tummeln sich schon seit einiger Zeit dort herum. Und weil ich befürchte, dass sie sich bald ganz still und heimlich vermehren, beschloss ich mich ihrer anzunehmen. Ich gehöre eindeutig zu den „Hosenflickerinnen“. Zum einen, weil ich gestopfte Jeans lässig finde und zum anderen weil ich Mutter zweier Jungs bin, die binnen kürzester Zeit auch nagelneue Jeans zerlegen können. Wenn du wissen möchtest, wie ich zu Werke gehe, lies einfach weiter….

Jeans mit Löchern am Knie

Zum Glück sehen nicht alle Jeans immer so kaputt aus…

Hosenbein Naht auftrennen

Mein liebster Freund und Helfer in dieser Situation ist der Nahtauftrenner. Ich suche mir zum Auftrennen einer der beiden Seitennähte immer die aus, die sich leichter auftrennen lässt. Je großzügiger man die Seitennaht auftrennt, desto leichter wird später das Festnähen des Jeansflickens. Vor allem, wenn man eine Nähmaschine ohne Freiarm verwendet, sollte man an dieser Stelle sehr großzügig vorgehen!

Jeans Flicken

Ich schneide mir einen kräftigen Flicken aus Jeans großzügig zu. Er sollte weit über den zu flickenden Teil hinausragen. Alles, was übersteht, wird am Ende ohnehin wieder weggeschnitten.

Jeansflicken mit Stecknadeln fixieren

Ich stecke mir nun meinen Jeansflicken unter das Hosenloch – und zwar so, dass die rechte Seite des Flickens nach oben zeigt. Das  fixiere ich mit ein paar Stecknadeln, damit mir der Flicken beim Nähen nicht verrutscht. Wer absolut sicher gehen möchte, könnte das Ganze auch heften. Dazu bin ich immer viel zu faul.

Fransen wegschneiden

Ganz dicke Fransen schneide ich ab, weil sich das Nähmaschinenfüßchen sonst leicht darin verfängt. Die Kanten lasse ich aber ausgefranst – das sieht dann am Ende weicher aus und auf jeden Fall auch cooler!

Dreifach Zickzack Sich Jeans flicken

Da der Flicken von oben festgenäht wird, kann ich ihn nicht sehen, während ich nähe, sondern nur fühlen. Dabei achte ich besonders darauf, dass sich dieser unter dem Jeansstoff der Hose nicht verschiebt oder Falten wirft. Das kann man gut ertasten, finde ich. Ich nähe alle Flicken mit dem Dreifachzickzack der Nähmaschine an, verwende 80er Universalnadeln oder Jeansnadeln und Garn, das in etwa der Farbe des Jeansstoffes entspricht. Ich nähe enge Bahnen von links nach rechts, von oben nach unten und auch mal diagonal – wenn es besonders strapazierte Flächen sind.

image

Zum Schluß wende ich die  Hosenbeine auf links und schließe die Hosennaht exakt in der Linie der ursprünglichen Naht. Dann schneide ich überstehende Reste des Flickens ab – dabei achte ich darauf, dass ich möglichst nicht so „kantige“ Kanten stehen lasse, weil das beim Tragen zu Anfang etwas stören kann. Nach einer Weile werden die Knie und auch der Jeansflicken aber wieder geschmeidiger und damit auch gemütlicher beim Tragen.

Das ist sicherlich nicht die profimäßigste aller Methoden. Aber es ist meine, mit der ich schon ungezählte Hosen wieder tragfähig gemacht habe. Und nein, ich flicke nicht nur Kinderhosen. Auch meine eigenen Lieblingsjeans erfreuen sich diverser Rettungsmaßnahmen!

Lieblingsjeans geflickt

Probiert´s doch mal aus. Eigentlich macht es sogar ein bißchen Spaß!

Glück auf!

  • Britta

 

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